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Aktuelle Nachrichten aus der Benediktinerabtei Schweiklberg

Arbeitsgemeinschaft Ökologie auf Kirchengrund in Bad Adelholzen

2019 Adelholzen P1040368Das Schwesternheim St. Hildegard der Barmherzigen Schwestern v. Hl. Vinzenz v. Paul war heuer Treffpunkt der Mitglieder des Arbeitskreises für das Jahrestreffen 2019. Nachdem die Adelholzener Alpenquellen, der ordenseigene Brunnenbetrieb, sowie der ökologisch bewirtschaftete Primushof in unmittelbarer Nähe zum Tagungsort liegen, war das Thema des Tages vorgegeben: Gesundes Wasser und gesunder Boden.

Sr. M. Rapfaela Schreml, die Hausoberin von St. Hildegard, sowie Claus-Peter Scheucher, der Generalökonom der Barmherzigen Schwestern, konnten zusammen mit Frater Andreas Schmidt OSB, dem Sprecher des Arbeitsgemeinschaft, über 40 Teilnehmer zur 14. Jahrestagung begrüßen. Die Teilnehmer kamen aus ganz Bayern, von Klöstern und katholischen Einrichtungen, die ökologischen Landbau betreiben oder regenerative Energie erzeugen und einsetzen.

2 Vorträge bildeten den fachlichen Einstieg in die Thematik:

Dipl.-Brau-Ing. Manfred Mödinger referierte zum Thema “Die Lage des Wassers” und hob dabei die Dringlichkeit hervor, die bestehenden Grundwasservorkommen unter anderem durch extensive Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft zu schützen. Im zweiten Vortrag referierte Christian Amerle von der IG Gesunder Boden e.V. über die existentielle Notwendigkeit in der Landwirtschaft dem Thema Boden und Humusaufbau mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei geht es vor allem die Wasserhaltefähigkeit deutlich zu verbessern.

Am Nachmittag standen zwei Exkursionsziele zur Wahl: Die eine Gruppe besichtigte die Wasserwelt, das Besucherzentrum der Adelholzener Alpenquellen, und interessierte sich dort insbesondere um die Nachhaltigkeit des Brunnenbetriebes der Barmherzigen Schwestern. Die zweite Gruppe wurde von Betriebsleiter Josef Beer durch die ordenseigene Landwirtschaft, den Primushof, geführt. Der Naturland-Betrieb betreibt Kalbinnen-Aufzucht und pflegt mit einer Schafherde die Liegenschaften rund um Adelholzen. Mit dem im eigenen Forst anfallenden Holz werden Hackschnitzel produziert und damit die Wärmeversorgung für das Schwesternheim St. Hildegard und dem Primushof sichergestellt.

Dr. Klaus Wiesinger von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft hielt den Abschlussvortrag über die Perspektive von Agroforstsystemen, also der Hackholzproduktion auf Ackerflächen mit schnell wachsenden Hölzern.
Neben den fachlichen Vorträgen und Exkursionen stand der menschliche und fachliche Austausch der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft im Vordergrund, sich auf dem Weg, verantwortlich und gut mit Gottes Schöpfung umzugehen, zu bestärken und gegenseitig zu unterstützen.

Aus unserer Abtei mit dabei: Cellerar Br. Clemens Wittmann OSB und Herr Michael Schreiber, Techniker der Abtei.

 

Marie-Luise Granzer und ihr Team öffneten zum letzten Mal offiziell den Missionsflohmarkt in Schweiklberg

Flohmarktteam 2019Schweiklberg, 05.01.2019: Dieser Flohmarkt ist eine Schau! Aber leider wird es ihn nicht mehr geben. Nach 35 Jahren hat der monatliche Missionsflohmarkt im Kloster Schweiklberg gestern zum letzten Mal statt gefunden. Er war in ganz Niederbayern und darüber hinaus bekannt, sogar aus München, vom Bodensee und aus Paris kamen die Kunden.

"Es tut mir in der Seele weh. Aber es geht einfach nicht mehr", sagt Marie-Luise Granzer, die den Markt in den letzten 22 Jahren mit viel Herzblut organisierte. Nicht, weil sie mit ihren 71 Jahren die körperliche Arbeit nicht mehr packt. Sondern weil ihre wichtigsten Helferinnen mit teils über 80 Jahren nicht mehr so können wie früher. Auch wenn sich die resoluten Ladies das in ihren Verkaufsgesprächen gestern nicht anmerken ließen.

Das Besondere am Schweiklberger Flohmarkt: Er war in den Räumen über dem früheren Kuhstall des Klosters permanent aufgebaut. Mehrmals in der Woche konnte Ware geliefert werden, täglich wurde gearbeitet. Der Erlös kam der Missionsarbeit der Mönche zugute – mit dem Geld bauten sie in Afrika unter anderem einen Kindergarten und eine Schule. Und nicht zuletzt: Die Ware, die wochentags noch bis Ostern abverkauft wird, ist hochwertig und gut sortiert.

Da gibt es Deko-Gegenstände, Bücher, Schallplatten, Lampen, Geschirr, Trachten- und Markenbekleidung. Es stehen Umkleiden, Spiegel und Einkaufskörbe zur Verfügung, und wenn gerade Zeit ist, bekommt die Kundschaft sogar eine persönliche Beratung. An der Kasse aber blieb gestern keine Zeit, um groß zu handeln. Die Kunden standen Schlange, da wurde nicht getrödelt. Von den kleinen Preisen einmal abgesehen, ist das kein Flohmarkt, sondern ein vielseitiges Geschäft mit Niveau.

Doch das alles bedeutet jede Menge Arbeit. Und die 22 ehrenamtlichen Helferinnen und zwei Helfer sind in die Jahre gekommen. Zum Beispiel Marie-Luise Granzers Schwestern Erika (80), Traudl (84) und Elsa (86). Sie reisten jeden Monat mit dem Zug aus Regensburg und München an, um von Mittwoch bis Freitag auf dem Flohmarkt zu arbeiten.

Erika war draußen die Chefin, nahm von den Leuten die Ware an und verkaufte. Wenn es sein musste, auch bei minus zehn Grad, wie es in einigen Wintern vorkam. "Das ist Knochenarbeit", sagt Marie-Luise Granzer, die selbst auch hart im Nehmen ist. Urlaub hat sie in den letzten 22 Jahren nie gemacht. Täglich werkelt sie von früh bis spät, sortiert die gelieferte Ware vor ("damit mir kein Glump rauf kommt") und schleppt die schweren Wäschesäcke. Wie nebenbei kocht sie jeden Tag für ihre Helferinnen auf. Nicht nur Suppe oder Nudeln mit Soße, damit sie etwas im Bauch haben, sondern Kalbsbraten und Schweinernes zur Auswahl, und auch zum Mitnehmen für die Ehemänner daheim. "Da kommt die Metzgerin in mir durch", sagt Marie-Luise Granzer und lacht, "das mache ich gern." Es ist auch ein Ausdruck der Wertschätzung, die sie ihren Helfern entgegen bringt.

"Wir haben hier oft die höchste Gaudi", sagen die Helferinnen Loni und Anna. Sie finden die Arbeit auf dem Flohmarkt interessant und sinnvoll. Über Marie-Luise Granzer lassen sie nichts kommen: "Der Flohmarkt ist ihr Lebenswerk, das kann keine so wie sie. Sie ist eine tüchtige Geschäftsfrau, kennt narrisch viele Leute, sponsert den Flohmarkt, ist sehr großzügig, kocht leidenschaftlich gern für uns. Es gibt viele Leute, die übergeben ihre Ware nur persönlich an sie."

Gegegründet wurde der Flohmarkt in den 80er Jahren von Bruder Wendelin, um Geld für die Mission einzunehmen. Als er erkrankte, übernahm Bruder Sales die Verantwortung. Der frühere Abt Rhabanus Petri war dem Flohmarkt sehr zugetan. Aktuell kümmert sich Cellerar Bruder Clemens darum. "Er setzt sich sehr ein für uns", betont Marie-Luise Granzer.

Dennoch: Wenn sie und ihr Team aufhören, ist Schluss mit dem Flohmarkt. Ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht, sagt Bruder Clemens. Außerdem müsste man in die Räume investieren, und dafür gebe es kein Geld. Und was macht Marie-Luise Granzer ohne "ihren" Flohmarkt? Die Arbeit werde ihr nicht ausgehen, sagt sie.

Foto oben: Marie-Luise Granzer mit (v.l.) Christine Töpfl, Heidi Scheidhuber, Elisabeth Hillmann, Maria Brunner und Regina Krenner

Foto und Bericht PNP vom 5.1.2019: Simone Kuhnt - Siehe auch den Bericht der PNP vom 11.1.19: Der lange Ausverkauf

BruderXSebastianXPortraitAm frühen Morgen des 29. November 2018 ist unser Mitbruder

 

Bruder Sebastian Aicher OSB

 

für immer von uns gegangen. 

 


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