Die Glocken der Abteikirche in Schweiklberg

1.1911 – 1945

Die ersten sechs Glocken wurden 1911 gegossen und geweiht.

Aus der Hauschronik:

10.März 1911:“...P.Prior Cölestin reiste vormittags mit P.Paulinus zum Glockenguß nach Regensburg"

3.April 1911: „Ankunft des neuen Geläutes für unsere Kirche: 6 Glocken im Gesamtgewicht  von 150 Ztr mit den Tönen h, d,e,fis,a,h. Alle sind von Wohltätern gestiftet.“ Gegossen wurden sie in Regensburg in der Glockengießerei Hamm. Die größte Glocke, die Marienglocke, wog 63 Ztr.

5.April 1911: Aus dem Jahresbericht 1912: „...Zu diesem Zwecke traf am 5.April nachmittags 1⁄2 4 Uhr unser hochwürdigster Herr Bischof Sigismund Felix Frh.v.Ow ein. Nach dem feierlichen Empfange begann der hochwürdigste Herr Bischof sofort die Hl.Weihe unter Teilnahme der Geistlichkeit der Umgebung und vieler Andächtiger. Am hl.Karsamstag trugen zum ersten mal“ die sechs“ das Alleluja in alle Lande.“ Als im Ersten Weltkrieg die meisten Glocken von den Türmen geholt wurden, blieben die Schweiklberger Glocken davor verschont. Hartmut Madl notiert in seiner Biographie des Abtes Cölestin Maier aus der Hauschronik vom 02.09.1918: „Auch das Kupferdach der Abteikirche sollte abgedeckt werden; dies unterblieb jedoch wegen der hohen Abbruchskosten...Ein ähnliches Schicksal schien auch den Glocken bestimmt, die man wegen der vermeintlich unabwendbaren Enteignung in den letzten Kriegstagen besonders fleißig läutete“.

Unterm 24.09.1921 vermerkt der Hauschronist: „Die Glocken sind gegenwärtig unser wertvollster Besitz; schade, wenn sie uns das letzte Kriegsjahr, wie es immer drohender den Anschein erhielt, verloren gegangen wären“. Was im 1.Weltkrieg vermieden werden konnten, traf im 2.Weltkrieg ein.

P.Dietram Färber (+2004) schreibt in seiner Aufhebungschronik: „...Am gleichen 9.März 1942 wurden die fünf Glocken des Ostturmes herabgenommen. Sie hatten schon lange geschwiegen, und so machte es kein großes Aufsehen, als sie für immer verschwanden.

Am 17.März kam auch noch die große Glocke vom Westturm herunter. Sie wurde mit den anderen fünf noch längere Zeit bis zum Abtransport nach Hamburg an der Kirchewand im Seminarhof gelagert.“ (a.a.S.56)


2.1949 – 1951

Der Klosterchronist schreibt am 19.08.1948 „Wir erhielten 3 kleine Kirchenglocken“.

Am 23.06.1948 vermerkt er: „Rms (Abt Willibald) fährt nach Regensburg zum Glockenguß.“Dieser Glockenguß ist aber missglückt. Am 09.08.1948 wird ein zweiter Versuch gestartet. „P.Donat, P.Cyprian und Br.Josef fahren nach Regensburg zum Glockengießer“.

Am 14.08.kann der Chronist vermelden: „Diesmal ist der Glockenguß der drei kleinen Glocken gelungen“. Und am 19.08. war es dann endlich soweit: „Spät abends bringt das Auto die drei kleineren Glocken von Regensburg. Sie sollen in Größe und Ton den früheren drei kleineren Glocken entsprechen. Als Patrone schmücken sie die Bilder des Hl.Konrad, Johannes des Täufers und des Hl.Benediktus. Die Glocken werden abgeladen, die bisherige vom Onkel P.Herberts (Regensburg-Sallern) geliehene geht wieder zurück.“

22.08.1948 „Glockenweihe nach der Pontifikalmesse mit Predigt von Rms im Freien“.

1950 wurden aber dann doch 6 neue Kirchenglocken gekauft im Austausch der bereits vorhanden 4 Glocken. Das Geläute wiegt insgesamt 213 Ztr. Es ist aus Brilloner Sonderbronze hergestellt; Die Angaben zu den einzelnen Glocken (Gewicht, Patrone) können dem beigegebenen Ausdruck aus der Hauschronik entnommen werden. Geweiht wurden sie am 20.08.1950 

1952 wurden 3 Glocken ausgetauscht, deren Klang nicht ganz zum tiefen b der großen Glocke gepasst hatte.

 

Daten der Glocken der Abteikirche Schweiklberg, in: Hauschronik Bd 5,S.395 (Chronist: P. Herbert Folger)

18.08.1950 Die „alten Glocken“ werden abgenommen, sie hatten eine kurze Lebenszeit.
Möge den neuen eine längere beschieden sein.
19.08.1950 Auf zwei Lastautos kommen die neuen Glocken von Brilon an:

Ton:     Gewicht:   Name:                                 Inschrift:
1.B’      4100kg      Christ König                        „Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat
2.Des’  2430kg      Gottesmutter Maria              Bilde unsere Herzen nach dem Herzen Deines geliebten Sohnes
3.F’      1200kg      Hl.Rita                                 „Erflehe unseren Wohltätern Segen und allen Bedrängten Hilfe“
(Diese drei Glocken waren schon gegossen und wir kauften sie fertig)

4.Es’   1750kg       Sanctissima Trinitas            „Quoties sono, Deum trinum honoro“ (So oft ich ertöne, ehre ich die Hlst. Dreifaltigkeit
5.As’    720 kg       S.P.Benedicte o.p.n.            (Hl.Vater Benedictus, bitte für uns) „Psallite sapienter“ (Psallieret weise“)
6.B’      510 kg       S.Michael, o.p.n.                  (ora pro nobis) „ut cuncta nobis prospera crescant“ („dass uns alles wohl gedeihe“

20.08.1950 „Heute wurden nach dem sonntäglichen Hochamt die Glocken geweiht.

 

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