Rundbrief

Schweiklberger Heimatnachrichten geschrieben vom Schweiklberger Chronisten Pater Matthäus Kroiss OSB und P. Prior Adm. Richard Multerer OSB 

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Während wir im Kloster noch kräftig das österliche Halleluja singen, ertönen rings um uns herum andere Melodien und Gesänge: Frühlingsfeste fast in jedem Dorf. Allerdings, vor einigen Tagen flatterte uns die Einladung zu einem anderen Fest ins Haus: Die Stadt Vilshofen an der Donau begeht in diesem Jahr ein beachtliches Jubiläum: 1250 Jahre sind seit der Ersterwähnung der Siedlung in den Annalen des Benediktinerklosters Mondsee im Jahr 776 vergangen. Das Kloster Mondsee besaß zu der damaligen Zeit mehrere Höfe am rechten Ufer der Vils, nahe des Zusammenflusses mit der Donau. Als Stadt wurde Vilshofen aber erst im Jahr 1206 von Heinrich I., Graf von Ortenburg, gegründet. Das Jubiläum wird das ganze Jahr über gefeiert. Den Auftakt bildete ein Festakt mit geladenen Gästen, unter ihnen Ministerpräsident Markus Säöder, im Atrium des Gymnasiums am 9. Mai. Am darauffolgenden Sonntag beehrte Bischof Stefan Oster die Stadt mit einem Besuch, um in einem feierlichen Gottesdienst den Segen Gottes auf die Bewohner der Stadt herabzurufen. Vilshofen hatte zum Fürstbistum Passau gehört, bevor die Wittelsbacher es kaperten. Anlässlich des Jubiläums findet am 22. Mai in unserer Abteikirche ein Orgelkonzert statt; schließlich ist unsere Klais-Orgel eines der geschätzten Kulturgüter der Stadt. 

Ein anderes großes Fest für unser Kloster kündigt sich auch schon an: Am 29. August 2026 wird unser Diakon, Br. Paul Punnamannil OSB, in seinem Heimatkloster, in Kumily/Kerala, nach Syro-Malabarischen Ritus die Priesterweihe empfangen. Schon werden Vorbereitungen getroffen: Die Visa und Tickets für die Mitbrüder, die unsere Abtei dabei vertreten werden, sind schon bestellt. Wir können nur hoffen, dass dann der Krieg im Iran vorbei sein wird. Am 20. September 2026 wird dann Pater Paul in unserer Abteikirche seine Primiz feiern. Zu diesem freudigen Ereignis herzliche Einladung! Der Arbeitseinsatz unseres Mitbruders nach seiner Weihe, ist schon geregelt. Der Leiter des „Pastoralen Raums Vilshofen“, Pfarrer Peter Kieweg, ist sogleich vorstellig geworden, und hat Pater Paul in das Team der Seelsorger für den Pastoralen Raum aufgenommen.

Rückblickend auf die schon verflossenen Monate des neuen Jahres sei an einige Ereignisse erinnert, die für unsere Gemeinschaft prägend waren.

Die Neuwahl eines Oberen stand an. Am 28. Januar wählten die fünfzehn wahlberechtigen Professen Pater Richard Multerer OSB für weitere drei Jahre zum Prior Administrator. Wegen seines hohen Alters und anderer gesundheitlicher Probleme, eine gewagte Sache. Deus providebit! Die Ämtererneuerung brachte kaum Änderungen: Pater Fraternus übernimmt das Amt des Prokurators, Pater Johannes fungiert weiterhin als Sekretär des Priors.

Schmerzhaft überrascht wurde unsere Gemeinschaft vom Tod unseres Bruder Erich Schuck OSB. Bei einem unglücklichen Sturz im Freien, erlitt Bruder Erich eine Kopfverletzung, die trotz sofortiger Behandlung im Klinikum Passau, zu seinem Tod am 21.02. führte. Zwischen 1973 und 2009 war Br. Erich Missionar in KwaZulu/Südafrika, in der Diözese Eshowe, als Mönch der Abtei Inkamana. Nach seiner Rückkehr in die Heimat, schlug Bruder Erich sein Zelt in Schweiklberg auf, wo er, bis zu seinem Tod, mit großer Hingabe unseren Mariahilf-Missionsverein betreute. Da Br. Erich von Profess wegen der Erzabtei Sankt Ottilien angehörte, feierte Erzabt Wolfgang Öxler OSB das Requiem für ihn mit uns hier in Schweiklberg.

Bekannt gegeben sei, dass wir am Pfingstmontag beim Konventamt (Beginn 10:00 Uhr) der Jubilare des Jahres 2026 gedenken. An erster Stelle sei Bruder Leo Horochlin OSB, unser Subprior, genannt, der 70 Jahre geworden ist, und obendrein seine Goldene Profess feiert. Runder Geburtstage können sich erfreuen: Pater Stephan Raster OSB, der das hohe Alter von 90 Jahren erreicht hat, und Pater Benedikt Schneider OSB, der vor 70 Jahren das Licht der Welt erblickt hat.

Zum Schluss ergeht herzliche Einladung an alle Mitglieder unseres Mariahilf-Missionsvereins: Die Jahreshauptversammlung unseres Vereins findet am Sonntag, den 14. Juni 2026, im Gästehaus Schweiklberg statt – wie immer, unmittelbar nach dem 9:00 Uhr-Konventamt.

Mit besten Wünschen zum nahen Pfingstfest
P. Matthäus Kroiss OSB, Chronist   -   P. Richard Multerer OSB, Prior Adm.

 

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter

 

Seit dem Erscheinen des letzten Rundbriefes hat sich viel Berichtenswertes ereignet. Drei zukunftweisende Wahlen haben stattgefunden. Im Januar dieses Jahres musste in der Kongregation der Missionsbenediktiner von St. Ottilien ein neuer Präses gefunden werden, nachdem Abtpräses Jeremias Schröder in Rom zum Abtprimas des Benediktinerordens gewählt worden war. Die Wahl, die in der Abtei Waegwan in Südkorea stattfand, fiel auf P. Javier Aparicio Suárez (56) von der Erzabtei St. Ottilien, den bisherigen Missionsprokurator der Kongregation. Die Schweiklberger „Wahlmänner“ waren Subprior Br. Leo Horochlin und Br. Paul Punnamannil.

An der Wahl des Bundeskanzlers und der neuen Regierung Ende Februar, haben wir uns alle beteiligt, die meisten per Briefwahl. Da wir eine international zusammengesetzte Gemeinschaft sind, können wir mit dem Ausgang der Wahl einigermaßen zufrieden sein.

Mehr gefreut haben wir uns über die Wahl des Kardinals Robert M. Prevost OSA zum Nachfolger von Papst Franziskus. Mit ihm hat wieder ein Ordensmann, und zudem ein leibhaftiger und erfahrener Missionar, als oberster Hirte die Leitung der Kirche übernommen. Das erstaunlich große Interesse an seiner Wahl, und zuvor schon die Ehrerbietung, die von allen Seiten dem verstorbenen Papst Franziskus entgegengebracht wurde, lassen erkennen, dass die Kirche, oder besser gesagt Jesus Christus, der Herr der Kirche, auch den Menschen unserer Tage noch etwas zu sagen hat.

Wie schon im letzten Rundbrief erwähnt, ist mit der Ankunft eines jungen Mitbruders aus unserem Kloster in Kerala, Br. Anselm Cheeramkuzhiyil (26), neues Leben in Schweiklberg eingekehrt. Br. Anselm bereitet sich zur Zeit an der Sprachschule „Horizonte“ in Regensburg auf das Studium der Theologie am Rudolphinum vor.  Bei den Barmherzigen Brüdern hat er Aufnahme gefunden; An den Wochenenden ist er aber in der Abtei.

Angesichts der Altersstruktur unserer Gemeinschaft ist uns der junge Mitbruder natürlich sehr willkommen. Ich darf hier erwähnen, dass im Laufe dieses Jahres vier Schweiklberger Patres und Brüder ihr 85. Lebensjahr vollenden werden. Nicht zu erwähnen brauche ich, dass uns auch Krankheiten heimgesucht haben. Gebet und ärztliche Kunst haben aber Gott-sei-Dank oft die ersehnte Besserung erbracht.

Neues Leben ist auf dem Schweiklberg auch dadurch eingekehrt, weil unser Gästehaus und die Cafeteria im März bzw. im Mai unter neuen Pächtern wieder ihre Tore geöffnet haben. Für unseren Gemüsegarten suchen wir immer noch einen neuen Betreiber. Die Übernahme unserer Realschule durch eine Stiftung, unterstützt von Landkreis, Diözese Passau und Stadt Vilshofen, ist für Anfang   2026 vorgesehen. Was den Abbau von Kies auf unserem Grundstück in Sandbach angeht, wartet der Investor immer noch auf die Genehmigung.

Von den musikalischen Aufführungen in unserer Abteikirche sei nur die immer gut besuchte „Schweiklberger Orgelnacht“ erwähnt. Zum ersten Mal hat sie übrigens unter eigener Regie stattgefunden. Dem Organisator, Herrn Alexander Pritzl, Organist am Kollegiatstift Alte Kapelle in Regensburg, gelang es drei renommierte Organisten für das Konzert zu gewinnen: Prof. Norbert Düchtel, Regensburg, Florian Schuster Oberviechtach und Maximilian Berzon Köln.

Von den Gästen in letzter Zeit seien nur zwei erwähnt: Abt Javier A. Suárez OSB, der neue Präses unserer Kongregation, feierte mit uns das Osterfest. Er war auf der Suche nach Ruhe und Erholung, hat aber dabei vermutlich auch eines seiner Sorgenkinder besser kennenlernen wollen. Als lieben Mitbruder und Gast konnten wir nach Ostern Abt Octavian Massingo OSB von Hanga/Tansania in Schweiklberg begrüßen. Dies gab uns die Gelegenheit, ihm dafür zu danken, dass er seinen Mitbruder, Pater Fraternus, als Missionar nach Niederbayern gesandt hat, und ihn auch weiterhin bei uns belassen wird.

Österliche Grüße

Pater Matthäus OSB

 

P. S. Mitgeteilt sei, dass die Jahreshauptversammlung unseres Mariahilf-Missionsvereins am Sonntag, den 29. Juni 2025, stattfinden wird – im Anschluss an das Konventamt um 9:00 Uhr.

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Ein Jahr ist es her, dass Bundeskanzler Olaf Scholz im Bundestag die Feststellung traf, dass sich die Zeiten grundlegend geändert haben. Den Grund dafür sah er in Putins Angriffskrieg auf die Menschen in der Ukraine, und damit
auch auf die ganze westliche Welt und ihre Werte. Seitdem habe man keine Konsequenzen daraus gezogen, meinen einige, andere glauben, dass sich schon etwas geändert hat: Die Verteidigungsbereitschaft in Europa, die Reaktionen seitens der Regierung auf die Energiekrise und die Inflation, muss man wohl dazu zählen. Die Krise, die die Corona-Pandemie obendrein ausgelöst hat, gilt inzwischen allgemein als überwunden. Auch im Kloster war unser Leben stark davon betroffen, sodass wir mit großer Erleichterung zur Normalität zurückkehrten. Einige Mitbrüder haben sich freilich an den Ausnahmezustand gewöhnt, desinfizieren immer noch fleißig die Hände, halten Abstand und tragen vorsichtshalber den Mundschutz.

Gegen Ende des Jahres 2023 lag in unserer Gemeinschaft etwas in der Luft, was man als gespannte Erwartung bezeichnen könnte, ausgelöst vom ungewissen Ausgang der Wahl des Oberen. Die dreijährige Amtszeit des Paters Prior Administrator, P. Richard Multerer OSB, endete Mitte Dezember. Sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten halfen uns die Jahresexerzitien in der zweiten Adventswoche, begleitet von P. Augustinus Weber OSB, Spiritual bei den Benediktinerinnen von Tettenweis, der uns ein vertieftes Verständnis der Psalmen vermittelte, unseres alltäglichen Gebetes. Die Vigil und die „Mitternachtsmesse“ um 21:30 Uhr am 24. Dezember war sehr gut besucht.
Die Wahl des neuen Oberen, der der Abt-Präses der Kongregation vorstand, war auf den 29. Dezember festgelegt worden. Die Gemeinschaft entschied sich für eine Fortsetzung der Amtszeit von P. Prior Administrator, der wegen des fortgeschrittenen Alters zwar Bedenken hatte, aber in der Hoffnung auf baldige Ablösung dann doch die Wahl annahm.

Am letzten Tag des Jahres 2022 ist Papst Benedikt XI. im hohen Alter von 95 Jahren zu seinem Herrn und Schöpfer heimgegangen. Eine Delegation von Mitbrüdern feierte am 7. Januar das Requiem im Dom zu Passau mit, bei dem Bischof Stefan Oster den verstorbenen Papst em. als herausragende Persönlichkeit der Kirche und Zierde unserer Diözese würdigte.

Als schmerzlich empfunden haben wir Anfang des Jahres noch einen anderen Abschied: Aufgrund der schrumpfenden Zahl der Mitbrüder, mussten wir unser Gästehaus St. Benedikt in andere Hände übergeben. Wir waren aus Spargründen gezwungen die Zahl der Angestellten zu reduzieren. Der Pächter hat das Haus unter dem neuen Namen „Klosterhof Schweiklberg“ am 1. Februar als Gäste- und Tagungshaus neu eröffnet. Eine Umstellung, die Sinn macht, aber an die wir uns erst noch gewöhnen müssen. Fast ebenso einschneidend ist die Schließung unseres Klosterladens, der aber keine so lange Tradition hat. Erst vor 20 Jahren wurde er, zusammen mit einer Cafeteria, in einem Neubau an der Schule eingerichtet. Herr Andreas Hofmann, der Pächter unseres Gästehauses, hat auch dieses Gebäude übernommen und darin das „Terrassen-Kaffee Schweiklberg“ mit neuen Öffnungszeiten und einem reichhaltigerem Angebot eröffnet. Wie nicht anders zu erwarten war, haben uns bereits mehrere Kunden wegen der Schließung des Klosterladens ihr Bedauern bekundet.

Das überaus bunte Faschingstreiben, mit aufwendigen Umzügen, in den umliegenden Dörfern, sei noch erwähnt. Ein Nachholbedarf an Lebenslust und Lebensfreude nach den Einschränkungen wegen Corona, war nicht zu übersehen. Wir haben uns da zurückgehalten, um die Fastenzeit zu ihrem Recht kommen zu lassen. In diesen Tagen mit einem etwas ernsteren Charakter, kam für Br. Clemens die traurige Nachricht, dass sein Vater im Krankenhaus Weiden gestorben war. Am 23. Februar fuhr P. Prior Administrator mit ihm zur Beerdigung nach Pleystein, und feierte dort für den lieben Verstorbenen das Requiem. P. Prior und P. Matthäus begleiteten ein paar Tage früher Schwester Michaela Brummer OSB auf ihrem Weg zum Grab. Mit Sr. Michaela (85) ist nun die letzte der Neustifter Schwester gestorben, die lange Jahre bei uns im St. Beda Haus für Ordnung gesorgt haben. Erwähnt sei auch noch, dass unser Pater Stephan Raster zwei Herzklappen OP gut überstanden hat, und auf dem Weg der Besserung ist. Er kann bereits wieder in Schönerting, und sonntags hier im Kloster, die heilige Messe feiern.

Eine besinnliche restliche Fastenzeit und ein frohes Osterfest wünschen allen Leserinnen und Lesern der Heimatnachrichten

P. Matthäus Kroiss OSB und Co-Autor P. Richard Multerer OSB

 

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