Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

„Tod und Vergehen waltet in allem“. So singen wir Mönche bald wieder beim Totenoffizium am kommenden Allerseelentag. Dass Tod und Leben zusammengehören, spüren wir immer wieder in der Natur und im alltäglichen menschlichen Leben, wenn es ums Abschiednehmen geht.
Bevor wir zu unseren lieben Verstorbenen kommen, schauen wir zuerst auf das Geschehen in den vergangenen zwei Monaten.
Am 10. September zog nach den Sommerferien wieder junges Leben in unsere Realschule ein. Etwa 400 Schüler bevölkern das hundertjährige Gebäude. Zuvor ging unser 30- köpfiges Lehrerkollegium nach der Anfangskonferenz in Klausur in das „Spektrum Kirche“ in Passau, um wichtige anfallende Themen zu besprechen. Unter anderem wurde über die Optimierung des Unterrichts, den Umgang mit der digitalen Welt und das besondere Profil einer Knabenrealschule referiert und diskutiert.
Eine besondere Aktion ließ sich die Schülermitverwaltung am 04.Oktober einfallen, einen Spendenlauf für Afrika. Die 403 Schüler hatten eine Woche Zeit, sich Sponsoren zu suchen, die für jede gelaufene Runde einen Betrag spenden. Rund 4400 Runden wurden rund um das Kloster gelaufen, so dass ein hübsches Sümmchen in die Kasse kam. Auch die Klosterverwaltung unterstützte die Schüler mit einer namhaften Spende. Das Geld ist für ein Hilfsprojekt in Dindifelo und den Kauf eines Wasserspenders für die eigene Schule gedacht. Ein ähnliches Projektunternehmen veranstalteten am 28.September die Wirtschaftsjunioren Passau mit ihrem „Kicken für eine gute Sache“ auf dem Kunstrasenplatz unserer Schule. Hier sind die Einnahmen zur Unterstützung für Hilfsbedürftige gedacht.

Von der Schule schauen wir wieder herüber in die Klostergemeinschaft. Auch hier sind Leben und Abschiednehmen nah beisammen. So ging am 01.September 2019 der fast zwanzigjährige Einsatz unseres P.Stefan als Pfarrer des benachbarten Aunkirchen zu Ende. An diesem Tag wurde Stadtpfarrer Lothar Zehrer von Vilshofen als Pfarrer eingeführt. Die Pfarrei bereitete am 15.September P.Stefan einen grandiosen Abschied und dankte ihm damit für seinen unermüdlichen Einsatz für das Leben der kleinen kirchlichen Gemeinde. Seine Bodenständigkeit, seine Weltoffenheit und vor allem sein Humor verschafften P.Stefan einen besonderen Platz im Herzen seiner Pfarrkinder. So gab es bei der kirchlichen und weltlichen Abschiedsfeier keine Tränen, aber dafür viele Lacher. P.Stefan wird allerdings weiterhin aushilfsweise in der Pfarrei Aunkirchen bzw. in der dazugehörigen Filiale Schönerting tätig sein.
Nach der Verabschiedung von der Pfarrei startete unser Mitbruder zusammen mit dem Kirchenpfleger von Aunkirchen, Herrn Karl Heinz Ebner, in das „Land seiner Sehnsucht“, nach Korea, von wo sie am18.Oktober mit vielen interessanten Erlebnissen und Eindrücken wohlbehalten wieder zurückkehrten.
Am 08.September brach Br.Subprior Leo mit P.Markus Dworschak und Br.Ulrich nach Fiecht in Tirol auf, um an der Feier zur Eröffnung des Konventes auf dem Georgenberg teilzunehmen. Der kleine Konvent von neun Mönchen ist am 01.August in das Ursprungskloster auf dem Berg umgezogen. Zellerar Br.Clemens fuhr am 27.September nach St.Otmarsberg, unserem Schwesterkloster in der Schweiz, zum 100-jährigen Bestehen dieser benediktinischen Klostergemeinschaft in Uznach.

Leben gibt es auch immer wieder in unserem Gästehaus. Von den vielen Kursangeboten sei diesmal nur das Tagesseminar „Mit dem Sterben leben lernen“ am 19.Oktober erwähnt. Gemeindecaritas und Hospizkreis Vilshofen haben zu dieser Veranstaltung, die reges Interesse fand, eingeladen.
In der klösterlichen Gemeinschaft konnten wir in den letzten Monaten wieder etliche junge Leute willkommen heißen, die unser klösterliches Leben kennen lernen wollten. Einer von ihnen, Herr Christian Middendorf, Lehramtsstudent in Münster, begab sich anschließend auf eine einwöchige Fußwallfahrt nach Rom. Am 03.Oktober durften wir Abt John Paul Mwaniki von Inkamana begrüßen. Zur Zeit ist mit zwei Novizen (Br.Esteban Pinzon und Br.Jhonathan Herrera) und einem zeitlichen Professen(Br.Damian Delgado) aus dem Priorat El Rosal in Kolumbien, zu denen sich auch Br.Justo Mwalemba aus der Abtei Mvimva gesellte, junges Leben eingekehrt. Die jungen Leute kamen mit P.Prior Markus Dworschak von St.Ottilien und gestalteten am Weltmissionssonntag das Konventamt mit liturgischen Gesängen in spanischer Sprache. P.Markus stand dem Konventamt vor und hielt die Predigt, in der er von den Aufgaben der Benediktiner von El Rosal berichtete.
An dieser Stelle seien auch noch andere festliche und musikalische Ereignisse erwähnt, die in den letzten beiden Monaten bei uns stattfanden. Zu einem wichtigen Feiertag im Jahreskreis fand sich am 13.Oktober die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde, die schon einige Jahre in der ehemaligen St.Beda-Haus Kapelle ihre Heimat gefunden hat, zum Kirchweihfest ein. Der Raum hatte noch durch die in der orthodoxen Liturgie wichtigen Ikonastase eine notwendige Ergänzung gefunden. Am 15.September erfreute uns und die Kirchenbesucher ein im Gästehaus weilender ungarischer Chor zum Abschluss des Gottesdienstes mit etlichen Gesängen aus ihrer Heimat. Gut besucht war das Konzert der „Chorifeen“ -sieben jugendlicher Sängerinnen aus Alkofen, - die unter Leitung von Herrn Wolfgang Pfaffinger die Zuhörer mit rhythmischen Liedern begeisterten.

Die Herbstmonate bringen viel Arbeit, vor allem im Obstgarten, wo Br.Justin, Herr Christoph Heindl, Br.Johannes und Br.Paul unseren Obstgärtner Br.Raymund beim Einbringen der reichen Ernte, vor allem an Nüssen und Quitten, eifrig unterstützten.
Unser unermüdliches Arbeitsteam hat in den letzten Wochen die abschließenden Erdarbeiten am erweiterten Parkplatz abgeschlossen.
Zum Schluss, wie schon eingangs erwähnt, schauen wir auf die verstorbenen Angehörigen, Freunde und Wohltäter, die uns in den letzten beiden Monaten im Tod vorausgegangen sind.
Aus der Nachbarschaft verstarb am 21.09. Frau Centa Knollmüller („Seppnbäuerin“) aus Waizenbach und am 07.10. Herr Franz Xaver Kinateder, ein Neffe unseres +Br.Jordan Kinateder. Am 22.Oktober stand die Familie Aicher am Grab ihres Vaters und Großvaters, Vater auch unseres im vergangenen Jahr verstorbenen Br.Sebastian. Br.Clemens war in Vertretung der Klostergemeinschaft unter den Trauergästen.

„Der Tod ist das Leben“ heißt es in einem Lied. Mit dieser frohen Hoffnung darf sich der Schweiklberger Chronist wieder von Ihnen verabschieden .

Mit besten Grüßen
Ihr P.Matthäus Kroiss

 

 

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