Nach dem Tod von Bruder Raphael ist man auf der Suche nach einer konstanten Mannschaft

2022 03 grtnerei
Die Saison hat begonnen. Die Damen im Hintergrund haben schon fleißig eingekauft und wurden fachmännisch beraten vom neuen Gärtner Luis Serrano und Andrea Theisinger, die sich um Verkauf und den Warenbestand kümmert. Eingestellt wurden die beiden von Cellerar Bruder Clemens, dem die Klostergärtnerei am Herzen liegt, da sie auch der Selbstversorgung des Konvents dient. −Foto: Rücker

Ein Neuanfang kann schwer sein. Das bekommt das Kloster Schweiklberg bei der hauseigenen Gärtnerei zu spüren. Mehr als 40 Jahre hatte sich Bruder Raphael mit Leidenschaft und Fleiß darum gekümmert, dass die Klosterküche stets mit frischem Salat und Gemüse versorgt wurde. Zum Jahresende 2019 musste er die Leitung gesundheitsbedingt abgeben, im Juli 2021 starb er.

Das Kloster bemühte sich um eine Nachfolge, dem Kloster ist die Gärtnerei sehr wichtig. Jahrzehntelang wurde Gemüse und Salat angebaut. Es wurde auf 1,3 Hektar (1000 m² unter Glas) stets so viel angebaut, dass sich Vilshofener Kunden etwas von den Produkten kaufen konnten. Hobbygärtner versorgten sich zudem mit Pflänzchen.

Ein neuer Anlauf

Im ersten Versuch wurde ein damals 29-jähriger Passauer Gartenbauingenieur eingestellt, der aber nicht lange blieb. Ihm folgte ein 33-jähriger Gemüsebauer, ebenfalls ein Passauer, der zuvor mehrere Jahre in Portugal gelebt und gearbeitet hatte. "Schließen wir diese Kapitel", sagt Cellerar Bruder Clemens. Mit den beiden hatte der Neustart nicht funktioniert. Nun gibt es einen neuen Anlauf.

Seit Jahresanfang ist Luis Serrano Leiter der Klostergärtnerei. Der Name verrät, dass er kein Niederbayer ist. "Ich bin aus Madrid in Spanien", sagt der 41-Jährige mit einem sympathischen Akzent. Vor zehn Jahren kam er nach Deutschland, seit fünf Jahren lebt er mit seiner Frau – eine Vilshofenerin – und dem fünfjährigen Kind in Vilshofen.

In der Zitrusbranche gearbeitet

Luis Serrano, ein gelernter Gartenbauingenieur, arbeitete in Spanien in der Zitrusbranche und in Osterhofen in der Mais-Zucht sowie im Gemüsebau. Vor zwei Jahren hatte er in der Zeitung die Anzeige gelesen, dass das Kloster Schweiklberg jemanden für die Gärtnerei sucht. Damals sei er noch nicht soweit gewesen. Nun will er sich voll dem Gemüseanbau widmen. Gibt es einen Unterschied zu Spanien? "Ja, hier gibt es eine Winterpause", sagt er mit einem Lachen. Fünf Mitarbeiter gibt es in der Gärtnerei, keiner davon gehört dem Konvent an.

Neu, aber schon etwas länger im Team ist Andrea Theisinger (53). Sie hat im vergangenen Sommer in der Klostergärtnerei begonnen und kümmert sich um den Verkauf, die Preiskalkulation, den Warenbestand. Sie ist gelernte Verkäuferin, war viele Jahre in Baumärkten tätig und hat sich dort um Beratung und Verkauf von Gartenmöbeln und Swimmingpools gekümmert. Bruder Clemens hatte sie angesprochen und gefragt, ob sie sich vorstellen könne, künftig Gemüse und Blumen zu verkaufen. Die Vilshofenerin sagte zu.

Der lichtdurchflutete Verkaufsraum ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 15.30 Uhr geöffnet. Aktuell gibt es frischen Salat aus dem Gewächshaus, die Tomatenpflanzen sind schon einen halben Meter hoch, bald werden die Paprika-Pflänzchen gesetzt. "Wer will, kann seine Pflanzschalen oder Balkonkästen vorbeibringen und wir bepflanzen sie", macht Andrea Theisinger Werbung für die Frühlings- und Sommerzeit.

Bruder Clemens freut sich auf die Begegnung mit den treuen Kunden. Wieso sie so gern auf den Schweiklberg kommen, um Gemüse einzukaufen? "Weil‘s wissen, wo‘s herkommt", lautet seine Antwort.

−Bericht und Foto: Rücker - PNP vom 09.03.2022-

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