Nachrichten

Aktuelle Nachrichten aus der Benediktinerabtei Schweiklberg

Marie-Luise Granzer und ihr Team öffneten zum letzten Mal offiziell den Missionsflohmarkt in Schweiklberg

Flohmarktteam 2019Schweiklberg, 05.01.2019: Dieser Flohmarkt ist eine Schau! Aber leider wird es ihn nicht mehr geben. Nach 35 Jahren hat der monatliche Missionsflohmarkt im Kloster Schweiklberg gestern zum letzten Mal statt gefunden. Er war in ganz Niederbayern und darüber hinaus bekannt, sogar aus München, vom Bodensee und aus Paris kamen die Kunden.

"Es tut mir in der Seele weh. Aber es geht einfach nicht mehr", sagt Marie-Luise Granzer, die den Markt in den letzten 22 Jahren mit viel Herzblut organisierte. Nicht, weil sie mit ihren 71 Jahren die körperliche Arbeit nicht mehr packt. Sondern weil ihre wichtigsten Helferinnen mit teils über 80 Jahren nicht mehr so können wie früher. Auch wenn sich die resoluten Ladies das in ihren Verkaufsgesprächen gestern nicht anmerken ließen.

Das Besondere am Schweiklberger Flohmarkt: Er war in den Räumen über dem früheren Kuhstall des Klosters permanent aufgebaut. Mehrmals in der Woche konnte Ware geliefert werden, täglich wurde gearbeitet. Der Erlös kam der Missionsarbeit der Mönche zugute – mit dem Geld bauten sie in Afrika unter anderem einen Kindergarten und eine Schule. Und nicht zuletzt: Die Ware, die wochentags noch bis Ostern abverkauft wird, ist hochwertig und gut sortiert.

Da gibt es Deko-Gegenstände, Bücher, Schallplatten, Lampen, Geschirr, Trachten- und Markenbekleidung. Es stehen Umkleiden, Spiegel und Einkaufskörbe zur Verfügung, und wenn gerade Zeit ist, bekommt die Kundschaft sogar eine persönliche Beratung. An der Kasse aber blieb gestern keine Zeit, um groß zu handeln. Die Kunden standen Schlange, da wurde nicht getrödelt. Von den kleinen Preisen einmal abgesehen, ist das kein Flohmarkt, sondern ein vielseitiges Geschäft mit Niveau.

Doch das alles bedeutet jede Menge Arbeit. Und die 22 ehrenamtlichen Helferinnen und zwei Helfer sind in die Jahre gekommen. Zum Beispiel Marie-Luise Granzers Schwestern Erika (80), Traudl (84) und Elsa (86). Sie reisten jeden Monat mit dem Zug aus Regensburg und München an, um von Mittwoch bis Freitag auf dem Flohmarkt zu arbeiten.

Erika war draußen die Chefin, nahm von den Leuten die Ware an und verkaufte. Wenn es sein musste, auch bei minus zehn Grad, wie es in einigen Wintern vorkam. "Das ist Knochenarbeit", sagt Marie-Luise Granzer, die selbst auch hart im Nehmen ist. Urlaub hat sie in den letzten 22 Jahren nie gemacht. Täglich werkelt sie von früh bis spät, sortiert die gelieferte Ware vor ("damit mir kein Glump rauf kommt") und schleppt die schweren Wäschesäcke. Wie nebenbei kocht sie jeden Tag für ihre Helferinnen auf. Nicht nur Suppe oder Nudeln mit Soße, damit sie etwas im Bauch haben, sondern Kalbsbraten und Schweinernes zur Auswahl, und auch zum Mitnehmen für die Ehemänner daheim. "Da kommt die Metzgerin in mir durch", sagt Marie-Luise Granzer und lacht, "das mache ich gern." Es ist auch ein Ausdruck der Wertschätzung, die sie ihren Helfern entgegen bringt.

"Wir haben hier oft die höchste Gaudi", sagen die Helferinnen Loni und Anna. Sie finden die Arbeit auf dem Flohmarkt interessant und sinnvoll. Über Marie-Luise Granzer lassen sie nichts kommen: "Der Flohmarkt ist ihr Lebenswerk, das kann keine so wie sie. Sie ist eine tüchtige Geschäftsfrau, kennt narrisch viele Leute, sponsert den Flohmarkt, ist sehr großzügig, kocht leidenschaftlich gern für uns. Es gibt viele Leute, die übergeben ihre Ware nur persönlich an sie."

Gegegründet wurde der Flohmarkt in den 80er Jahren von Bruder Wendelin, um Geld für die Mission einzunehmen. Als er erkrankte, übernahm Bruder Sales die Verantwortung. Der frühere Abt Rhabanus Petri war dem Flohmarkt sehr zugetan. Aktuell kümmert sich Cellerar Bruder Clemens darum. "Er setzt sich sehr ein für uns", betont Marie-Luise Granzer.

Dennoch: Wenn sie und ihr Team aufhören, ist Schluss mit dem Flohmarkt. Ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht, sagt Bruder Clemens. Außerdem müsste man in die Räume investieren, und dafür gebe es kein Geld. Und was macht Marie-Luise Granzer ohne "ihren" Flohmarkt? Die Arbeit werde ihr nicht ausgehen, sagt sie.

Foto oben: Marie-Luise Granzer mit (v.l.) Christine Töpfl, Heidi Scheidhuber, Elisabeth Hillmann, Maria Brunner und Regina Krenner

Foto und Bericht PNP vom 5.1.2019: Simone Kuhnt - Siehe auch den Bericht der PNP vom 11.1.19: Der lange Ausverkauf

BruderXSebastianXPortraitAm frühen Morgen des 29. November 2018 ist unser Mitbruder

 

Bruder Sebastian Aicher OSB

 

für immer von uns gegangen. 

 


Lesen Sie hier weiter >>>>>>

 

 

...und mehr noch das Herz! - Benediktinerabtei Schweiklberg hat Gästehaus aufgemöbelt

Bericht aus dem Bistumsblatt von Uschi Friedenberger - Ausgabe vom 22. Juli 2018

10 br clemens DSC 1609

 "Hereinspaziert!" lädt Cellerar Bruder Clemens Wittmann - hier im Eingangsbereich - die Besucher ins neue Gäste- und Tagungshaus der Benediktinerabtei Schweiklberg ein. In diesem Haus vereint sich die wohltuende Atmosphäre des Klosters mit modernster Technik.                                                                                                                                          Foto: Uschi Friedenberger 

Die Tür steht offen, mehr noch das Herz! Die Gastfreundschaft in Benediktinerklöstern ist sprichwörtlich. Da ist es nur konsequent, dass die Missionsbenediktinerabtei Schweiklberg hoch über Vilshofen ihr Gäste- und Tagungshaus St. Benedikt für die Besucher auf modernsten Standard gebracht hat. Die Baumaßnahmen sind nun abgeschlossen. Die Tür steht offen…
Cellerar Bruder Clemens Wittmann steht an der Tür zum Gästehaus. Hier befindet sich auch die Pforte, wo Bruder Georg Six gerade zwei Neuankömmlinge mit Koffern in Empfang nimmt. Im Eingangsbereich hat man gleich das Gefühl, „angekommen“ zu sein. Mit viel Liebe zum Detail wurde alles gestaltet. Die warmen Rot-Töne, das fröhliche Gelb der Sonnenblumen – alles wirkt hell und freundlich.
Bruder Clemens Wittmann, der neue Cellerar des Klosters, macht eine einladende Geste: „Hereinspaziert!“ Er freut sich, die neugestalteten Räume herzeigen zu können: „Es ist ein schönes Haus geworden, auf der Höhe der Zeit. Ganz ohne Beherbergungsbetrieb kann ein Kloster ohnehin nicht sein, wo bliebe da die Gastfreundschaft?“ Während das frühere Schweiklberger Gästehaus St. Beda jedoch abseits in einem eigenen Gebäude untergebracht war, ist das neue Gäste- und Tagungshaus St. Benedikt – nun im Pfortentrakt – näher an den Konvent herangerückt. „Näher im räumlichen Sinn und auch von der Intention her“, hofft Bruder Clemens. „Die Gäste können – falls gewünscht, an sämtlichen Gebeten und Gottesdiensten teilnehmen. Für Seelsorgegespräche stehen Patres bereit. Die Mahlzeiten richten sich nach den Gebetszeiten. Wer dies aber nicht wünscht, für den steht das Service-Personal selbstverständlich auch zu anderen Zeiten bereit“, so Bruder Clemens.
„18 Zweibettzimmer und 17 Einzelzimmer sind für die Gäste zur Verfügung, dazu fünf Tagungsräume zwischen 35 und 105 Quadratmetern, drei davon mit modernster Technik. Zu den Gästen zählen neben Individualreisenden wie Radlern, Kreuzfahrern, Kurzurlaubern oder Pilgern auch die Teilnehmer von Tagungen, Einkehrtagen, Exerzitien, Auszeiten. Vor Ort tagten bereits öffentliche Institutionen, kirchliche Einrichtungen, caritative Verbände, Musikgruppen/Chöre, Berufsverbände, Jugendgruppen, Schulen, aber auch Firmen und Ärzte“, zählt Bruder Clemens auf.
Der Cellerar zeigt die Figur des heiligen Benedikt im Eingangsbereich und geht dann weiter zum Speisesaal. Hier werden bis zu 60 Personen verköstigt, dazu noch einmal 24 im Wintergarten. „Wir legen viel Wert auf saisonale und regionale Kost. Auf den Tisch kommt viel Frisches aus der eigenen Klostergärtnerei“, betont die Restaurantleiterin Christine Schiffl. „Es gibt immer zwei Gerichte zur Auswahl, eins mit Fleisch, eins vegetarisch. Sonderwünsche wie vegan oder glutenfrei werden natürlich auch berücksichtigt.“ Die Gäste bekommen am heutigen Freitag Pfannkuchensuppe, gebratenen Fisch in Weißweinsauce mit Basmatireis und als Nachspeise Eis mit Schokosauce serviert. Übrigens essen Mönche und Gäste das gleiche: Die Speisen fürs Kloster und fürs Gästehaus kommen aus der selben Küche.
Damit sich die Besucher wohlfühlen, erhielten die Räume des Gäste- und Tagungshauses ein komplett anderes, richtig modernes Gesicht. „Das Gebäude ist von Grund auf kernsaniert worden. Es wurde ein Aufzug vom ersten Untergeschoss bis ins 3. Obergeschoss eingebaut. Wir haben den Pfortentrakt bis in den Rohbauzustand entkernt, Decken und Wände rausgerissen, Räume neu aufgeteilt, Innentüren erneuert“, erläutert Josef Diewald vom Architekturbüro Ameres und Diewald das Ausmaß dieses Umbaus. Im 1., 2. und 3. Obergeschoss seien die – teilweise behindertengerechten – Gästezimmer mit jeweils eigenem Bad geschaffen worden.

11 speisesaal DSC 151312 Zimmer DSC 1522

 Blick in den hellen Speisesaal des Gäste- und Tagungshauses...                                  und in eines der einladenden Gästezimmer                     Fotos: Uschi Friedenberger

 

Im 1. und 2. Stockwerk sind die Gruppenräume entstanden. Ein Schmuckstück ist der große Tagungsraum für bis zu 100 Personen, der bis ins Dach rauf geht und das Flair eines alten Gebäudes mit Geschichte mit modernster Tagungstechnik verbindet. „In diesem Bereich waren früher übrigens die vier Quadratmeter großen Kammern für die Lehrlinge im Kloster – wie Bäcker, Maler, Schreiner – untergebracht“, erzählt Architekt Josef Diewald aus der Geschichte des Hauses.

„Auf das Fluchtweg-Konzept wurde großer Wert gelegt“, betont der Architekt. Deshalb seien zusätzlich zu dem mittig großen Treppenhaus unter Abschottung durch Rauchschutzelemente zu den Fluren an den äußeren Enden der Flure weitere Fluchtmöglichkeiten geschaffen worden. „Wir haben sogar meterdicke Wände zum Glockenturm durchgebrochen – so ist ein weiterer Fluchtweg entstanden“, erklärt Josef Diewald.
Aufgemöbelt wurde auch die komplette Pforte: Der Pförtner erhielt einen neuen Schlafraum und eine Nasszelle. Ganz wichtig natürlich für ein Gästehaus: Statt einiger früherer Verwaltungsräume im Erdgeschoss ist eine neue Küche eingebaut worden. Zudem wurden im Untergeschoss alte Kellerräume in Küchenvorbereitungsräume umgewandelt. Hier wird nun Gemüse gewaschen, hier wird gebacken und gekocht.
Übrigens sind auf der gleichen Ebene zwei Obdachlosenzimmer mit je vier Betten und eigenem Eingang entstanden, die auch von Via Nova-Pilgern genutzt werden können.
Ein zusätzliches Zuckerl wird es zudem bald im Untergeschoss geben: Wo früher Lagerräume waren, entsteht gerade ein Bierstüberl für 60 Personen mit eigenem Eingang. Hier können die Hausgäste abends noch gemütlich zusammensitzen und ins Gespräch kommen.
Ohne Zweifel: Mit dem Gäste- und Tagungshaus St. Benedikt in der Benediktinerabtei Schweiklberg ist ein Haus entstanden, das Menschen auf die schönste Weise zusammenbringt. Pater Benedikt Schneider, der Prior Administrator im Kloster, betont: „Unser heiliger Ordensvater Benedikt lehrt seine Mönche, für jeden, der anklopft, die Tür des Klosters zu öffnen und jeden Gast wie Jesus Christus aufzunehmen. So freuen wir Schweiklberger Mönche uns über Ihr Interesse für unser Kloster, für unser Beten und unser Arbeiten, und wir laden Sie herzlich ein, unser Gast zu sein.

13 Christine DSC 1529

Erfrischend und fröhlich sind nicht nur die Farben der Einrichtung und der Sonnenblumen, sondern auch das Wesen von Restaurantleitung Christine Schiffl, und der weiteren Mitarbeiter im Gäste- und Tagungshaus St. Benedikt.                                                                                                                   Foto: Uschi Friedenberger

 

 

Seite 1 von 35

Unterkategorien

Zum Seitenanfang